Versäumte Bilder an der Hochschule Heilbronn: Unsichtbare Pionierinnen erhalten ein Gesicht


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Versäumte Bilder: Unsichtbare Pionierinnen erhalten ein Gesicht
Mit der Ausstellungseröffnung von Versäumte Bilder lädt die Hochschule Heilbronn zu einem eindrucksvollen Kunsterlebnis über Sichtbarkeit, Erinnerung und wissenschaftliche Anerkennung ein. Vom 12. November bis 18. Dezember 2026 zeigt die Wanderausstellung KI-generierte Porträts von Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen, deren Leistungen überliefert sind, von denen jedoch kein oder kein angemessenes Bild existiert.
Zwischen Geschichte, Forschung und künstlicher Intelligenz
Die Ausstellung des Metavorhabens Innovative Frauen im Fokus verbindet historische Recherche mit zeitgenössischer Bildproduktion. Die Wissenschaftskommunikatorin und Künstlerin Gesine Born entwickelt auf Grundlage biografischer Quellen visuelle Annäherungen an Frauen, die Forschung, Innovation und Gesellschaft geprägt haben. Die entstandenen Porträts machen eine Lücke sichtbar: Anerkennung hinterlässt nicht immer ein Bild.
In der ästhetischen Erfahrung der Ausstellung begegnen sich historische Überlieferung und generative Bild-KI. Die Porträts wirken zugleich vertraut und fragil. Sie eröffnen Fragen nach Authentizität, Erinnerungskultur, Repräsentation und der ethischen Verantwortung künstlerischer Verfahren.
Das Heilbronner Bild: Liselotte Baum
Mit jeder Station wächst die Wanderausstellung um ein weiteres versäumtes Bild. Für Heilbronn fiel die Wahl auf Liselotte Baum (1922–2015), Apothekerin, Lehrbeauftragte der damaligen Fachhochschule Heilbronn und eine prägende Persönlichkeit der Krankenhauspharmazie in Deutschland.
Baum war die erste Frau, die in der Bundesrepublik den Rang einer Leitenden Pharmaziedirektorin erreichte. Zudem gilt sie als Pionierin der Medizinischen Informatik. Ihre Biografie verknüpft pharmazeutische Praxis, akademische Lehre und den Aufbruch in eine zunehmend digital geprägte Gesundheitswissenschaft.
Eine Ausstellung als kulturelle Bildung
Die Kuratierung von Versäumte Bilder eröffnet eine besondere Form kultureller Bildung. Besucherinnen und Besucher betrachten nicht nur KI-generierte Porträts, sondern reflektieren zugleich, wie Wissenschaftsgeschichte geschrieben wird, wessen Leistungen sichtbar bleiben und welche Perspektiven in Archiven fehlen.
Die Ausstellungsatmosphäre entsteht aus dem Spannungsfeld von Bild und Abwesenheit. Farben, Formen und künstlich rekonstruierte Gesichtszüge dienen nicht als endgültige historische Beweise, sondern als Impulse für Werkbetrachtung, Gespräch und kritische Auseinandersetzung. So verbindet die Installation kunsthistorische Neugier mit gesellschaftlicher Verantwortung.
Feierliche Eröffnung am TechCampus
Die Eröffnung am 12. November 2026 gibt Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Projekts, in die Suche nach der Heilbronner Pionierin und in den künstlerischen Prozess hinter den KI-generierten Porträts. Der Auftakt richtet den Blick auf Frauen in Wissenschaft und Innovation und macht sichtbar, wie lokale Erinnerung in eine bundesweite Wanderausstellung einfließt.
Fazit: Ein Kunsterlebnis über Sichtbarkeit und Erinnerung
Versäumte Bilder erwartet Besucherinnen und Besucher als bildstarke, forschungsnahe Ausstellung zwischen Installation, Porträtkunst und Wissenschaftskommunikation. Wer verstehen möchte, wie Bilder Geschichte prägen und wie kulturelle Anerkennung entsteht, erlebt in Heilbronn eine anregende ästhetische Erfahrung. Die Ausstellung verdient einen persönlichen Besuch, weil sie vergessene Pionierinnen nicht nur würdigt, sondern zum eigenen Nachdenken über Sichtbarkeit einlädt.
Offizielle Kanäle von Gesine Born und der Ausstellung:
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