Versäumte Bilder in Heilbronn: Feministische KI und neue Perspektiven erleben


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Wenn Künstliche Intelligenz neue Sichtbarkeit schafft
Wie werden gesellschaftliche Perspektiven in Künstliche Intelligenz eingeschrieben? Und welche Lebensrealitäten bleiben unsichtbar, wenn Technologien vor allem aus einer begrenzten Sichtweise heraus entwickelt werden? Die Veranstaltung Versäumte Bilder, neue Perspektiven: wie feministische KI Zukunft gestalten kann widmet sich diesen Fragen am 2. Dezember 2026 an der Hochschule Heilbronn.
Im Rahmen des Begleitprogramms zur Wanderausstellung Versäumte Bilder spricht die Wirtschaftsinformatikerin und Autorin Dr. Eva Gengler über feministische und intersektionale Perspektiven auf KI. Der Abend verbindet Keynote, Podiumsdiskussion und Ausstellungsbesuch zu einem anspruchsvollen Kunsterlebnis an der Schnittstelle von Technologie, Gesellschaft und kultureller Erinnerung.
KI zwischen Macht, Alltag und gesellschaftlicher Verantwortung
Künstliche Intelligenz prägt zunehmend, welche Informationen sichtbar werden, wie Entscheidungen vorbereitet werden und unter welchen Bedingungen Menschen arbeiten und leben. Eine feministische Perspektive erweitert die technische Debatte um Fragen nach Macht, Teilhabe und Repräsentation. Im Zentrum steht die Überlegung, für wen KI entwickelt wird und welche Erfahrungen in ihren Datensätzen, Systemen und Anwendungen berücksichtigt werden.
Dr. Eva Gengler forscht intersektional-feministisch an der Schnittstelle von Macht und Künstlicher Intelligenz. Als Autorin, Speakerin und Mitgründerin der feminist AI Community sowie von enableYou engagiert sie sich für eine gerechte und verantwortungsvolle Technologiegestaltung. Ihre Arbeit verbindet wissenschaftliche Expertise mit gesellschaftlicher Praxis und macht sichtbar, wie eng technische Innovation und kulturelle Werte miteinander verbunden sind.
Die ästhetische Erfahrung der Ausstellung Versäumte Bilder
Vor und nach der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, die Wanderausstellung Versäumte Bilder zu begehen. Die Ausstellung macht Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen sichtbar, deren Leistungen in Forschung, Wissenschaft und Innovation häufig unzureichend dokumentiert oder gewürdigt wurden.
Die Künstlerin und Wissenschaftskommunikatorin Gesine Born entwickelt mithilfe generativer Bild-KI Porträts von Frauen, von denen keine oder nur wenige zeitgenössische Darstellungen existieren. Die KI-generierten Bildnisse verbinden historische Recherche mit digitaler Bildproduktion. In der Werkbetrachtung entsteht eine besondere Spannung zwischen fotografischer Anmutung, rekonstruierter Erinnerung und der Frage nach der Glaubwürdigkeit künstlich erzeugter Bilder.
Die Ausstellungsatmosphäre lebt von diesem Wechselspiel: Gesichter, die in der historischen Überlieferung fehlen, treten ins Bild; visuelle Präsenz ersetzt keine Geschichte, eröffnet jedoch einen Raum für Anerkennung und Reflexion. Die Installation regt dazu an, über Sichtbarkeit, Erinnerungskultur und die ethische Verantwortung von Bildproduktion nachzudenken.
Dialog zwischen Kunst, Wissenschaft und kultureller Bildung
Auf die Keynote folgt eine Diskussion über feministische KI und die gesellschaftliche Gestaltung technischer Systeme. Dabei wird Künstliche Intelligenz nicht allein als ingenieurwissenschaftliche Entwicklung betrachtet, sondern als kulturelle und politische Aufgabe. Unterschiedliche Lebensrealitäten bilden den Ausgangspunkt für eine inklusive Form von Innovation.
Die Veranstaltung eignet sich für Kunstinteressierte, Studierende, Forschende, Kulturschaffende und alle, die sich mit Digitalisierung, Gender, Medienkompetenz oder kultureller Bildung auseinandersetzen. Die Verbindung von Vortrag, Gespräch und Ausstellung ermöglicht eine ästhetische Erfahrung, die technische Fragen unmittelbar mit gesellschaftlicher Verantwortung verknüpft.
Fazit: Ein Abend für neue Perspektiven
Besucherinnen und Besucher erwartet ein anregender Abend zwischen KI-Forschung, feministischer Gesellschaftsanalyse und zeitgenössischer Ausstellungspraxis. Die Keynote von Dr. Eva Gengler, die Diskussion und die KI-generierten Porträts der Ausstellung eröffnen neue Perspektiven auf Sichtbarkeit, Macht und Erinnerung. Wer verstehen möchte, wie eine gerechtere digitale Zukunft gestaltet werden kann, sollte dieses Kunsterlebnis an der Hochschule Heilbronn live erleben.
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